Das Projekt ruht derzeit in seiner ursprünglichen Form. In einer nahen oder fernen Zukunft soll die Idee eines Magazins jedoch wieder aufgegriffen werden.

In Zeiten, in denen Videospiele als Medium mit gesellschaftlicher Aussagekraft, als Kulturgut und Kunstwerke gelten wollen, behandelt die klassische Spielekritik sie in erster Linie als Produkt. –  Christian Schmidt, 06.09.2011, Spiegel Online

Das Internet ist eine Klasse Erfindung. Es ermöglicht uns, in einer unglaublichen Geschwindigkeit unglaublich viele Informationen zu teilen und zu erfahren. Dies hält natürlich auch nicht vor dem Videospieljournalismus. Auch hier werden wir tagtäglich auf unzähligen Seiten bombardiert mit Pressemitteilungen, Neuigkeiten und Gerüchten – meistens komplett ungefiltert. Jedem Leser selbst ist es überlassen, ob und wie er die Nachrichten in einen größeren Kontext stellt. Teil X von Serie Y wird angekündigt – aber ich habe die Serie noch nie gespielt, worum geht es da? Endlich kommt Spiel Z als PlayStation Classic in den Store – doch ist das Spiel überhaupt gut? Alle Reviews, die ich dazu finde, wirken, als wären sie auch 1997 geschrieben. Kann man es aber heute noch spielen?

Mit so banal wirkenden Fragen wollen wir uns hier beschäftigen. Statt einen täglichen, sogar stündlichen Nachrichtenmarathon runterzurasseln, entschleunigen wir gezielt und warten ab. Wie oft werden zu ein und dem selben Thema täglich mehrere News verfasst und ohne größeren Überblick dem Leser bereitgestellt? Wäre am Ende der Woche oder des Monats ein guter Übersichtsartikel nicht passender, der nicht jeden kleinen Pups zur News aufbläht? Wir setzen nicht darauf, tagesaktuell zu sein – was auch gar nicht möglich ist: Vor allem in Deutschland hängen wir auf Grund der schlechteren Quellenlage englischen Medien meist hinterher und übernehmen deren Nachrichten sowieso mit Verzögerung. Sich trotzdem den Anspruch zu stellen, sofort und so schnell wie möglich zu berichten, erscheint irrsinnig.

Wieso ein eZine?

Natürlich ist das Format, in dem diese Inhalte präsentiert werden, sehr wichtig. Da der Anspruch der Tagesaktualität nicht besteht, ist eine magazinartige Form natürlich eine ausgezeichnete Wahl. Aber wieso online und nicht gedruckt; und wenn online, wieso nicht als PDF oder Ähnlichem?
Das hat ganz pragmatische Gründe. Im Moment stehe ich allein da und meine Fähigkeiten als Layouter sind begrenzt. Durch dieses blogähnliche Format kann ich auf ausgefeiltes Layouten zunächst pfeifen und Inhalte schnell und einfach korrigieren oder bei Bedarf erweitern. Ein Traum wäre es natürlich, irgendwann die Inhalte auf Papier zu bringen, aber das ist derzeit weder praktikabel noch finanziell möglich – aber in der Zukunft nicht ausgeschlossen! Englischsprachige Fanzines wie HyperPlay RPG, The Vita Lounge Magazine oder der selbsterklärte Nachfolger von Nintendo Power , Nintendo Force, zeigen auf, dass es möglich ist. Der deutsche Markt im Bereich der Konsolen-Fanzines ist aber klein bis nahezu nicht existent, spontan fallen das NMag, die österreichische Generation N oder Lotek64 ein (oder an professionellen Zines die Retro, Return oder der Retro Gamer). Kein Magazin setzt jedoch den Fokus so, wie wir es hier tun wollen.

Das kann sich natürlich alles irgendwann ändern, das hängt aber ausschließlich von der Nachfrage ab. Da heutzutage eh jeder auf seinem Smartphone Inhalte konsumiert, ist es aber einfach praktikabel. Für eine Printversion bräuchte es ca. 30 bis 40 sichere Käufer. Das Magazin soll alle drei Monate erscheinen.

Konzept

Wie oben beschrieben soll das Magazin entschleunigten, qualitativ hochwertigen Videospieljournalismus mit dem Fokus auf (japanische) Rollenspiele bieten. Dabei soll jede Ausgabe ein Titelthema bieten, was ausgiebig behandelt wird, und von anderen, kleineren Rubriken ergänzt werden. Hier ein Überblick dessen, was ich mir vorstelle. Einige Rubriken könnt ihr bereits in dieser Demo-Ausgabe sehen. Von Reviews „aktueller“ Titel bis zu Retrochecks will ich so viel abdecken, wie möglich. Dazu sollen die Artikel zur Meinungsbildung und Diskussion beitragen, in Kommentaren sollen aktuelle (oder allgemeine) Geschehnisse oder Prozesse diskutiert werden.

Im Moment besteht die „Redaktion“ nur aus einer Person – moi. Ich bin Matze und seit knapp acht Jahren Admin der Seite suikoversum.de. Seit ich Internet habe, tummele ich mich auf deutschsprachigen RPG-Seiten. Wer erinnert sich noch an squareport.de und Konsorten? Seit langer Zeit schon habe ich die Idee eines RPG-Magazins, konnte sie jedoch nie umsetzen – meistens haben Zeit und Konzeption gefehlt. Das ändert sich hoffentlich jetzt und der entschleunigte Veröffentlichungsplan kommt mir entgegen. Natürlich steht das Magazin jedem offen, der mal etwas beitragen will – ob als einzelner Beitrag oder als fester Autor steht jedem frei.

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