Die einfallsreichsten Namenseingaben in RPGs

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Wild Arms

Wild Arms hob sich damals deutlich von anderen Rollenspielen ab, da man nur drei Charaktere spielt, jeder davon aber eine eigene, starke Hintergrundgeschichte erhielt. So wurde jeder Charakter mit einem eigenen Einführungskapitel vorgestellt, bis sich die Gruppe später fand und gemeinsam umherzig (was man durchaus mit dem Storytelling des viel später erschienenen Suikoden III vergleichen kann). Während zwei der Charakter, Rudy und Cecilia, mit einem klassischen „Wie heißt du?“ eingeführt werden, ist die Vorstellung des Indiana-Jones-Verschnitts Jack deutlich kreativer. Dieser muss nämlich in einem Tempel seinen Namen eingeben, um an die Schätze dort zu gelangen. Dieser ist natürlich nicht korrekt und so wird unser Schatzjäger direkt in eine „Jäger des verlorenen Schatzes“-Falle geschickt.

  • Spoiler!
Später kann man den Tempel erneut aufsuchen und erhält nach Eingabe des richtigen Passworts wirklich die Schätze. Versucht man am Anfang des Spiels jedoch direkt das richtige Passwort, ändert das nicht nur Jacks Namen für den Rest des Spiels, sondern er wird gierig, spielt an der Eingabekonsole herum und wird trotzdem in die Falle geschickt. 

Suikoden-Reihe

In den meisten Rollenspielen begnügt man sich damit, seinen Charakteren witzige Namen zu geben – Suikoden treibt das Spielchen etwas weiter. Zwar ist der Protagonist der einzige Charakter, den man benennen kann, aber zusätzlich können auch die Armee und das Schloss, welche man im Laufe des Spiels übernimmt, benannt werden. Dadurch wird jedes Spiel wirklich einzigartig. Durch das Feature in manchen Teilen, Spielstände früherer Teile zu laden, werden diese Namen übernommen und man nimmt wirklich Einfluss auf die Geschichte. Benennt man die Hauptcharaktere der ersten beiden Teile gleich, wird dies sogar im Spiel thematisiert!

Pokèmon-Reihe

Wer liebte es nicht, in Spielen die Leute nach seinem Freundeskreis zu benennen? Doch wer richtig viele Freunde hatte, kam mit den wenigen Charakteren meist nicht aus. Da hilft Pokèmon – kann man doch jedem gefangenen Monster einen Spitznamen geben! Dass dies schnell unübersichtlich wird, stört da wenig. Es gibt außerdem immer jemanden in der Spielwelt, der die Spitznamen wieder ändern kann, unter der Vorraussetzung, man hat es selber gefangen. Getauschte Pokèmon müssen mit ihren Spitznamen weiterleben. Und so musste man sich entscheiden, ob man das ercheatete Mew des besten Freundes haben wollte, auch wenn es Furzbirne hieß …

Final Fantasy IV

Meistens ist man für den Rest des Spiels bestraft, wenn man seinen Charakteren Namen gibt. Ein doofer Rechtschreibfehler? Man hat Tifa nach seinem Schwarm benannt, aber einen Korb bekommen? Da wird es meistens Zeit für einen Neustart des Spiels. In Final Fantasy IV löst man das Problem recht elegant – man führte einfach einen Charakter ein, bei dem man die Namen ändern konnte! Während Namingway im Original ansonsten blass bleibt, bekommt er im DS-Remake eine recht große eigene Geschichte. Da man die Namen im Spiel auf Grund der Sprachausgabe nicht ändern kann, gerät er in eine Identitätskrise, die er nur mit Hilfe des Spielers bewältigen kann. Für all diese Mühen wird man am Ende sogar mit einem Item belohnt.

Earthbound

Startet man ein neues Spiel in Earthbound, wird man erstmal mit einem Haufen Fragen konfrontiert. Textgeschwindigkeit? Das ist ja noch normal. Soundausgabe? Stereo, na klar. Bei der Auswahl der Menüfensterfarbe wird es dann schon obskurer. Statt gelb oder grün muss man sich zwischen Bananen- oder Minzgeschmack entscheiden. Dann werden wie bereits im Vorgänger alle Charaktere benannt. Doch das Sequel geht noch weiter, statt einfach nur sein Lieblingsessen zu benennen, muss man noch seinem Hund einen Namen geben und seine Lieblingssache preisgeben. Das alles sorgt für ein hochindividuelles Spielerlebnis. Am Fernseher habe ich aber noch nicht geleckt, ob die verschiedenen Fensterfarben wirklich anders schmecken, kann ich nicht bestätigen.

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Mathias ist Herausgeber von LEVELUP! und seit seiner Jugend begeisterter Fan japanischer Rollenspiele. Im echten Leben ist er irgendwas zwischen Physiker und Chemiker.

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